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Bürgerempfang 2026
Erstelldatum20.01.2026
Würdiger Auftakt in ein besonderes Jahr
Trotz widriger Wetterverhältnisse füllte sich am Sonntag, 11. Januar 2026, die Bergwaldhalle zum traditionellen Bürgerempfang der Gemeinde. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner folgten der Einladung von Bürgermeister Roland Halter und der Gemeindeverwaltung. Das Jahr 2026 steht für die Gemeinde vor wichtigen Veränderungen – nicht zuletzt, weil es der letzte Bürgerempfang unter Bürgermeister Roland Halter war, der nach fast 40 Jahren im Amt nicht erneut kandidieren wird.
Nach dem Eintreffen der Gäste, die sich bei einem Glas Sekt und weiteren Getränken an Stehtischen oder in den Sitzreihen austauschten, eröffnete Bürgermeister Halter die Veranstaltung pünktlich um 14 Uhr. In seiner Begrüßung hieß er die Anwesenden herzlich willkommen und wünschte ihnen einen guten Start ins neue Jahr. Zugleich sprach er eine gesellschaftliche Entwicklung an, die ihm Sorge bereite, und zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog: „Ohne den Einsatz des Einzelnen für die Gemeinschaft ist auf die Dauer jedes Gemeinwesen überfordert.“ Diese Worte hätten heute mehr denn je an Bedeutung gewonnen, da die Gesellschaft zunehmend in Partikularinteressen zerfalle und dabei das große Ganze aus den Augen verliere.
Im Anschluss gedachten die Anwesenden in einem stillen Moment der im Jahr 2025 verstorbenen Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Danach folgte der Rückblick auf das Jahr 2025. Auf den ersten Blick erscheine dieses kommunal als ruhigeres Jahr, bei genauerer Betrachtung zeige sich jedoch ein anderes Bild, so Bürgermeister Halter. In Anlehnung an Alan Kay – „Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet“ – erläuterte er die umgesetzten Maßnahmen des vergangenen Jahres. Dazu zählten der Austausch von Wasserleitungen in Olnhausen (Lindenstraße, Kirchstraße) sowie in Jagsthausen (Bahnhofstraße, Bergwaldstraße), der Abschluss der Bebauungspläne „FFPV Stolzenhof“ und westlicher Ortsrand Olnhausen, die Fortführung der Planungsarbeiten zum Anschluss der Wasserversorgung an die NOW inklusive des Kaufs eines Flurstücks für den neuen Hochbehälterstandort sowie der Abschluss sämtlicher Glasfaserverlegungen im Innen- und Außenbereich. Damit erhielten alle Haushalte eine Anschlussmöglichkeit.
Mit Blick in die Zukunft zitierte Bürgermeister Halter Henry Ford: „Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“ Gleichzeitig äußerte er große Sorge angesichts der strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen. Diese werde 2026 eines der zentralen politischen Themen sein. Bund und Land übertrügen den Kommunen immer neue Aufgaben – wie die Ganztagsbetreuung – ohne diese ausreichend zu finanzieren. Die Missachtung des Konnexitätsprinzips, überhöhte Standards sowie finanzielle Einbußen durch den Zensus führten vielerorts zu desolaten Haushaltslagen. Wenn nicht gegengesteuert werde, drohten gravierende Folgen für das Leben vor Ort bis hin zu demokratiegefährdenden Zuständen.
Anschließend gab Bürgermeister Halter einen Ausblick auf das Jahr 2026. Geplant sind unter anderem die Erschließung des neuen Baugebiets „Steinich“ (1. Bauabschnitt) mit einem bevorstehenden Spatenstich, die Planung und Umsetzung des Neubaus für die Ganztagsbetreuung inklusive Abbruch der Pausenhalle und Verlegung des Seilgartens – verbunden mit einem herzlichen Dank an die Eheleute Fritscher – sowie weitere Erneuerungen von Wasserleitungen oder Kanalhaltungen.
Es folgten die Grußworte von Alexander Throm, Mitglied des Deutschen Bundestages. Er betonte, dass man sich die Zeit, in der man lebe, nicht aussuchen könne. Umso wichtiger sei es, den aktuellen Herausforderungen gemeinsam und mit Zuversicht zu begegnen – auf kommunaler, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Die kommenden Jahre würden fordernder, doch Stärke und Zusammenhalt der Gesellschaft und der Region seien eine solide Grundlage, um diese Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.
Ein besonderer Moment war die Begrüßung der jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde. Im Jahr 2025 wurden 13 Neugeborene verzeichnet, von denen sieben Kinder mit ihren Eltern anwesend waren. Bürgermeister Halter leitete diesen Programmpunkt mit einem Zitat von Michail Gorbatschow ein: „An den Frieden denken heißt, an die Kinder denken.“ Als Willkommensgeschenk erhielten die Familien einen Obstbaum, ein Nachtlicht sowie einen Gutschein für die kostenlose Nutzung der Gemeindebücherei für ein Jahr.
Nach einer kurzen Pause folgte die Ehrung der Blutspenderinnen und Blutspender. Der DRK-Ortsverein bietet in Jagsthausen seit Jahren zwei Blutspendetermine jährlich an, bei denen rund 200 Blutspenden gewonnen werden. Bürgermeister Halter dankte dem DRK herzlich für dieses unverzichtbare ehrenamtliche Engagement. Für zehn Blutspenden wurden Claudia Sauerwald und Julian Genz geehrt, für 25 BlutspendenAndreas Jung und Markus Frankenbach für 50 Blutspenden. Als Zeichen des Dankes überreichte der Bürgermeister Blumen- und Weinpräsente.
Es schloss sich eine weitere Ehrung für besonderes ehrenamtliches Engagement an. In seiner Laudatio würdigte Bürgermeister Halter Menschen, die oft im Hintergrund wirken, jedoch das Rückgrat von Vereinen und Gemeinschaften bilden. Ehrenamtliches Engagement sei von unschätzbarem Wert und verdiene öffentliche Anerkennung. Unter großem Applaus wurde Matthias Bayha auf die Bühne gebeten und mit einem Geschenkkorb aus dem Dorfladen geehrt.
Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Bürgermeister Halter bei allen Mitwirkenden: bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, dem Hausmeister und dem Bauhof und den Freiwilligen die beim Abbau mit anpacken. Bei Kiara und Finja Dörner für die Kinderbetreuung, bei Lobo und Cedric für die musikalische Umrahmung, bei der Baumschule und Gärtnerei Heckmann für den Blumenschmuck sowie bei der Bäckerei Pfisterer & Oettinger, dem neuen Backwarenlieferanten der Gemeinde.
In sehr persönlichen Schlussworten erinnerte Bürgermeister Roland Halter daran, dass er am 30. April 2026 nach fast 40 Jahren im Amt in den Ruhestand treten werde. Die Entscheidung sei richtig, wenn auch nicht leicht gefallen. Er dankte seinem Team im Rathaus, Bauhof, Kindergarten und in der Grundschule sowie den Gemeinderatsgremien für die stets konstruktive Zusammenarbeit. Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung seien über die Jahre zusammengewachsen und hätten auch schwierige Zeiten gemeinsam gemeistert.
Abschließend rief er die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am 8. März 2026 ihr Wahlrecht bei der Landtags- und Bürgermeisterwahl wahrzunehmen. Mit den Worten, dass die Gemeinde mit Verantwortung und Weitblick geführt werde, beendete er den Bürgerempfang: „Kommen Sie gut nach Hause – es war mir eine Ehre.“
Die Anwesenden dankten ihrem Bürgermeister mit Standing Ovations und langanhaltendem Applaus. In angenehmer Atmosphäre und bei netten Gesprächen ließ man den Sonntagnachmittag anschließend gemeinsam ausklingen.




