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Verabschiedung Bürgermeister a.D. Roland Halter
Erstelldatum11.08.2026
40 Jahre - das ist ein Lebenswerk!
Nachdem sich die Kinder des Familienzentrums zusammen mit Ihren Erzieherinnen auf der Bühne positioniert hatten holten sie Herrn Halter dazu, denn schließlich war das eigens für diesen Tag umgeschriebene Lied auch noch mit einem „Stauß Selbstgebasteltem“ vorbereitet. Die Kinder haben den scheidenden Bürgermeister eine große Freude bereitet, so dass das Eisversprechen von Herrn Halter kurzerhand erweitert wurde und die Kinder sich ebenfalls am vergangenen Mittwoch über ein Eis freuen durften.
Nach diesen erfrischenden Auftritten übernahm Hans-Sigmund von Berlichingen wieder das Rednerpult. Seine persönlichen Worte an Herrn Halter begannen so: „so…jetzt wird es ernst….
22 Jahre, mehr als die Hälfte deiner Amtszeit durfte ich als Gemeinderat im Gremium mit die zusammenarbeiten.1986 wurde Roland Halter erstmals zum Bürgermeister von Jagsthausen gewählt, mit damals 28 Jahren, als jüngster Bürgermeister Baden-Württembergs. 4 weitere Amtsperioden sollten folgen bis er jetzt 40 Jahre später eine Gemeinde übergibt, die solide dasteht.“
Er zählte langjährige Gemeinderäte auf und alle können betätigen: „Du warst zuverlässig, direkt, manchmal hartnäckig-aber immer fair. Und Du warst vorbereitet- immer. Du kanntest jeden Sachverhalt bis ins Detail.“ Hans-Sigmund von Berlichingen bedankte sich für einen vertrauensvolle immer lösungsorientierten Austausch. Die Familien von Berlichingen und die Gemeinde haben vielfältige Berührungspunkte, man hat es in der Vergangenheit immer geschafft sachlich und auf Augenhöhe zu agieren und gute Lösungen für beide Seiten zu finden.
„Die Herausforderungen die auf Jonas Egner unseren neuen Bürgermeister zukommen, die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden, die sich weiter verschärfen wird hat sich der neue Amtsinhaber gut überlegt und hat diese Entscheidung bewusst getroffen. Er weiß welche Verantwortung auf ihn zukommt und welche Herausforderungen die Zukunft für Ihn und unsere Gemeinde bereithält. Ich bin mir sicher, dass er Dein Lebenswerk gut weiterführen und mit neuen Ideen und Ansätzen bereichern wird“, so die Worte von Hans-Sigmund von Berlichingen.
„40 Jahre- das ist ein Lebenswerk!
Du bist mit der Zeit gegangen, durch den Dorfladen- Nahversorgung im Ort gesichert, Schule und Familienzentrum, damit junge Familien im Ort bleiben- Kunst, Kultur, Neubaugebiete, infrastrukturelle Themen alles was über die Zukunft eines Ortes entscheidet- Du hast Dich vor unangenehmen Themen nie gedrückt. Jagsthausen ist ein kulturelles Kleinod, die jährlichen Festspiele auf der Götzenburg, die Museen, die jährliche Skulpturenausstellung, das alles ist dein Verdienst. Du warst in jedem Verein Mitglied, in jeder Versammlung in der ersten Reihe, hast unterstützt, wo es nur ging. Aber da gab es auch die andere Seite: Deine Beharrlichkeit, was Du Dir in den Kopf gesetzt hast das hast Du durchgezogen, zielbewusst und konsequent Du hattest für unsere Gemeinde immer ein klares Ziel vor Auge. Du hast ein Netzwerk aufgebaut, ohne diese Kontakte wären viele Investitionen in unserer Gemeinde schlichtweg nicht möglich gewesen.“ Mit den besten Wünschen für die Zeit die jetzt kommt beendete Hans -Sigmund von Berlichingen seine so wertschätzende Rede.
Auch Norbert Heuser ließ es sich nicht nehmen, seinem langjährigen Weggefährten, zuerst als Kämmerer, dann Bürgermeisterkollege und zwischenzeitlich als Landrat des Landkreises Heilbronn zu verabschieden.
Mit den Worten:“ Liebe Hannegret, jetzt steht ein letztes Mal dein Roland im Mittelpunkt……“begann er seine Worte.
„Als Landrat und somit als Vertreter Deiner Rechtsaufsicht möchte ich „Danke“ sagen.“
Seit 1990 kenne sich die Beiden, am 01.September begann die Laufbahn von Norbert Heuser hier im Rathaus in Jagsthausen, als Kämmerer. Rückblickend eine berufliche Reise, eine lebensprägende Zeit, so Heuser. „In den 12 gemeinsamen Jahren in Jagsthausen habe ich viel von Dir gelernt.“ Die seit seinem Amtsantritt realisierten Projekte können sich sehen lassen. Das beste Zeugnis aber haben Dir die Bürgerinnen und Bürger ausgestellt-bei 4-maligen Wiederwahlen mit Ergebnissen zwischen 88 und 98 Prozent. „Lieber Roland, unter Dir als Bürgermeister gab es diese besondere Atmosphäre, die diese Verwaltung zu dem machte, was man heut als Talentschmiede bezeichnen würde. Allein 4 Bürgermeister- eine richtig gute Bilanz, Jagsthausen war unter Deiner Führung ein Premium-Rennstall.“
„Dann waren wir fast 20 Jahre Kollegen -ich als Bürgermeister in Neuenstadt. Als Landrat hatten wir dann weniger miteinander zu tun- was ein gutes Zeichen ist. Bis heute hatten wir insgesamt 36 Jahre miteinander zu tun.“
Gut, dass er sich Anfang der 80iger Jahre für die Ausbildung zum gehobenen Dienst entschieden hat und gegen die Schwimmkarriere- Jagsthausen hätte ein erfolgreicher, fachlich sehr versierter Bürgermeister gefehlt.“ Lieber Roland es war gut so, wie es gekommen ist. Ich danke Dir für das Vertrauen und die Freiheiten, die Du mir als junger Kämmerer entgegengebracht hast. Ich danke Dir für die Kollegialität, die wir als Bürgermeister hatte und ich danke Dir dafür, dass du die Kapazitäten meine Kommunalaufsicht so vorbildlich geschont hast. Ab sofort beginnt ein neuer und selbstbestimmter Lebensabschnitt von dem ich Dir alles erdenklich Gute wünsche.“
Der nächste Redner war Harry Mergel-Oberbürgermeister von Heilbronn und ein guter Freund von Roland Halter.
„40 Jahre Bürgermeister.
Schon diese Zahl verdient Respekt.
Vier Jahrzehnte lang haben die Menschen in Jagsthausen dir ihr Vertrauen geschenkt. Und du hast dieses Vertrauen jeden Tag aufs Neue beantwortet – mit Einsatz, mit Beharrlichkeit und vor allem mit tiefer Verbundenheit zu deiner Gemeinde.
Wir beide wissen: Bürgermeister zu sein ist kein Beruf wie jeder andere.
Man sucht sich dieses Amt nicht aus, weil man viel Freizeit haben möchte oder weil es besonders bequem ist. Man übernimmt Verantwortung – oft rund um die Uhr.
Weil man daran glaubt, dass man etwas bewegen – im besten Fall verbessern kann. Jeden Morgen geht man mit dem Vorsatz ins Rathaus, dass Leben der Menschen besser und angenehmer zu machen – gelingt nicht jeden Tag – aber wir müssen es versuchen.
Für mich macht genau das einen guten Bürgermeister aus.
Nicht der, der es allen recht machen will.
Sondern der, der Verantwortung übernimmt. Der zuhört. Der abwägt. Der Entscheidungen trifft und sie auch erklärt.
Du hast Jagsthausen mit Herz und Verstand begleitet. Du hast Menschen zusammengeführt, warst nah bei den Vereinen, bei den Bürgerinnen und Bürgern und hast dein Amt nie als bloßen Job verstanden, sondern als Dienst an deiner Gemeinde. Aber wir wissen auch… Dein Wirken ging weit über das Amt des BM hinaus. Seit 1993 – 33 Jahren – hast du auch die Geschäfte der Burgfestspiele, einem der kulturellen Leuchttürme in unserer Region, überaus erfolgreich geführt – auch in Zukunft tun. Jagsthausen, Ort... Kultur & Begegnung
Darüber hinaus warst du Vorsitzender der Lenkungsgruppe „Kulturregion HNLand.
Und irgendwann kommt für jeden Bürgermeister der Moment, an dem er sich fragt: Mache ich weiter – oder ist jetzt der richtige Zeitpunkt, loszulassen? Auch diese Entscheidung verlangt Größe. Du hast sie getroffen.
Wer Verantwortung als BM trägt, weiß dass dieses Amt nicht nur Zeit und Kraft fordert, sondern manchmal auch den eigenen Körper daran erinnert, dass niemand grenzenlos belastbar ist.
Diese Signale hast du bekommen aber auch Hannegret. Und deshalb möchte ich auch dir liebe Hannegret an dieser Stelle ganz herzlich danken -Doppelt danken.
Vierzig Jahre Bürgermeister schafft niemand allein. Da braucht es einen Menschen an seiner Seite, der Verständnis hat, mitträgt, zuhört und oft auch verzichtet.
Lieber Roland, du übergibst heute nicht einfach ein Amt. Du übergibst Verantwortung, Erfahrungen und ein Stück Lebenswerk.
Kollege Jonas Egner übernimmt heute kein leichtes Amt. Aber er übernimmt eine Gemeinde, die von deinem Engagement über viele Jahre geprägt worden ist.
Lieber Roland,
ich bin sicher: Ganz ohne Termine wird dein Kalender auch künftig nicht bleiben. Dafür kenne ich dich zu gut.
Aber ich wünsche dir, dass jetzt mehr Zeit bleibt für das, was in all den Jahren oft zu kurz gekommen ist: für Familie, für Freunde, für Reisen, für die schönen Dinge des Lebens – und manchmal auch einfach dafür, nichts zu müssen Ich wünsche dir und Hannegret von Herzen Gesundheit, Freude und noch viele glückliche gemeinsame Jahre in eurer tollen Familie.“
Nach diesen sehr persönlichen Worten war stellvertretend für den Gemeindetag Kreisverband Heilbronn Bürgermeister aus Neudenau, Jochen Hoffer an der Reihe. Die Danksagungen und Aufzählungen was Herr Halter in den vielen Jahren geleistet hat wurden erneut gewürdigt.
Stellvertretend für die örtlichen Vereine war im Anschluss Erwin Eckert, 1.Vorsitzender des Sportvereins Jagsthausen an der Reihe. Seine Dankesworte waren sehr wertschätzend und mit einer klaren Botschaft: für die großzügige Unterstützung der Verein, im Rahmen des Möglichen, für die Unterstützung des Ehrenamts und somit auch für die Gemeinschaft. Als Dank bekam er von den Vereinen ein Spiel beim VFB Stuttgart gegen seine HSV geschenkt.
Die nächste Rede war sehr emotional. 3/4 der Amtszeit hat sie ihn im Rathaus begleitet.
Simone Dörner, Amtsleiterin der Verwaltung in Jagsthausen: „ich habe die Zusammenarbeit mit Ihnen sehr geschätzt, habe meine Arbeit an Ihrer Seite stets mit großer Freude erledigt. Gemeinsam sind wir durch sehr gute aber auch extrem herausfordernde Zeite gegangen. Was Sie in alle die Jahre bewegt haben wurde zu Recht heute Abend schon mehrfach gewürdigt. Von tiefem Respekt für das Geleistete aber auch so manche Diskussionen sprach sie an, aber immer lösungsorientiert, die beste Strategie zu finden. „Ihnen ist auf bewundernswerte Weise die Balance gelungen zwischen Menschlichkeit, Professionalität und Klarheit. Für das Verständnis und das Vertrauen über Jahre möchten wir uns herzlich bedanken.“
Das erste Geschenk – von der Gemeindeverwaltung -welches dann überreicht wurde war ein Porträt, etwas Bleibendes, mit 2 prägenden Bauwerken der Heimatgemeinde und den Logos der Burgfestspiele und dem Dorfladen – seinen Herzensprojekten.
Die 2. Überraschung war von allen Wegbegleiter/innen- alle wollen Danke sagen und wurde er mit einem Stadionbesuch in der Volksparkarena in Hamburg bei seinem HSV inkl. Stadionführung Übernachtung und Programm mit dem passenden Outfit – einem HSV-Trikot beschenkt.
Mit den besten Wünschen für die neu gewonnene Freiheit und einem Blumengruß für die starke Frau an seiner Seite übergab Frau Dörner noch an diejenigen, die ein Präsent übergeben wollten.
Der Gemeinderat, die Familie von Berlichingen, die Feuerwehr Jagsthausen/Olnhausen nahmen dies wahr immer mit den besten Wünschen für die „Neue Zeit“.
Und dann kam der Moment, der Moment den Roland Halter in der Einladung mit …..und tschüß…. betitelt haben wollte. Mit einer persönlichen und bewegenden Rede verabschiedete sich Bürgermeister Roland Halter nach 40 Jahren im Dienst der Gemeinde Jagsthausen in den Ruhestand. Gleich zu Beginn erinnerte er an seinen ersten Arbeitstag am 2. Mai 1986: „Als ich zum ersten Mal die Tür des Rathauses als Bürgermeister öffnete, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass daraus mehr als vierzig Jahre meines beruflichen Lebens werden würden.“
Den Abschied bezeichnete er als einen besonderen Moment: „Es ist ein eigenartiges Gefühl – und dennoch wird es nach so vielen Jahren Zeit, loszulassen.“ Zugleich zog er eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Bürgermeister zu sein, bedeute Verantwortung „mit Leib und Seele, 365 Tage im Jahr“. Trotz aller Herausforderungen könne er „zufrieden auf die vergangenen 40 Jahre zurückblicken“.
Besonders hob er hervor, dass die erfolgreiche Entwicklung Jagsthausens nur durch das gemeinsame Engagement vieler Menschen möglich gewesen sei. Sein aufrichtiger Dank galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, des Bauhofs, des Familienzentrums, der Grundschule, der Burgfestspiele und des Dorfladens sowie der Freiwilligen Feuerwehr. „Auf all diese Menschen können Sie sich verlassen. Unsere Gemeinde ist bei ihnen in guten Händen“, betonte er.
Ebenso dankte er den sieben Gemeinderatsgremien, mit denen er in vier Jahrzehnten zusammenarbeiten durfte. Das Miteinander sei stets von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Ziel geprägt gewesen, „das Bestmögliche für unsere Gemeinde zu erreichen“. Dabei habe immer das Wohl Jagsthausens im Mittelpunkt gestanden – „nicht parteipolitisches oder egoistisches Geplänkel“.
Mit großer Dankbarkeit sprach er auch über seine persönliche Verbundenheit mit der Gemeinde: „Jagsthausen ist für mich als Neckarsulmer in all den Jahren zur Heimat geworden.“ Die Entscheidung, sich 1986 um das Bürgermeisteramt zu bewerben, sei rückblickend „ein Volltreffer“ gewesen.
Ein besonders herzlicher Dank galt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau Hannegret. „Vieles von dem, was ich für unsere Gemeinde leisten durfte, war völlig undenkbar ohne euch“, sagte er und würdigte den Rückhalt und das Verständnis seiner Familie -besonders aber seiner Ehefrau -während seiner gesamten Amtszeit.
Seinem Nachfolger Jonas Egner gratulierte er nochmals herzlich zur Wahl. Er übernehme „eine funktionierende Gemeinde mit einer engagierten Bürgerschaft und einer kompetenten Verwaltung“. Für seine neue Aufgabe wünschte er ihm „viel Geschick, Geduld, Leidensfähigkeit, Freude und vor allem viel Erfolg“.
Zum Abschluss verabschiedete sich der langjährige Bürgermeister mit den Worten: „Ich gehe heute als Bürgermeister. Aber ich bleibe Jagsthäuser, Nachbar, Vereinsmitglied und Mitbürger.“ Verbunden mit seinem Dank für das langjährige Vertrauen wünschte er der Gemeinde eine weiterhin erfolgreiche Zukunft und schloss seine Rede mit einem augenzwinkernden Zitat von Heinz Erhardt über den Ruhestand: „Der Ruhestand ist wie arbeiten - man tut nichts. Im Ruhestand braucht man nur keine Angst haben, dabei erwischt zu werden.“
Und tschüss - bleiben Sie zuversichtlich!
Minutenlang standen die vielen Gäste und applaudierten dem sichtlich berührten Roland Halter auf der Bühne zu. Diese hohe Maß der Wertschätzung für sein Lebenswerk soll ihn täglich begleiten und zufrieden auf die letzten 40 Jahre hier im Rathaus in Jagsthausen zurückblicken lassen.
Nachdem er dann den Rathausschlüssel an unserer neuen Rathauschef übergeben hatte und nach Schlussworten von Hans-Sigmund von Berlichingen der gemischte Gesangverein das Heimatlied von Jagsthausen wunderbar sang, waren die Gäste bei einem kleinen Imbiss und kühlen Getränken noch eingeladen in und vor der Bergwaldhalle zu netten Gesprächen zu verweilen.
Ein langer, emotionaler aber zugleich auch voller Wertaschätzung und Hochachtung geprägter Abend ging zu Ende.
Vielen Dank für die vielen helfenden Hände, den Gesangvereinen aus Jagsthausen und Olnhausen und den tollen Kindern aus unserer Gemeinde für Eure Auftritte.
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