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Sehenswürdigkeiten

Götzenburg Jagsthausen
Die berühmte Burg des Götz von Berlichingen und das idyllisch gelegene Jagsthausen bilden ein romantisches Kleinod in der nahezu unberührten Naturlandschaft des Jagsttals.

 

Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die heutige aus dem zweiflügeligen Kernbau bestehende Anlage von der Familie von Berlichingen erbaut. Die Götzenburg war Geburtsstätte des "Ritters mit der eisernen Hand", Götz von Berlichingen wurde hier im Jahr 1480 geboren.

 

Die Entwürfe des Ulmer Münsterbaumeisters August von Beyer führten zwischen 1876 und 1878 zur größten Umgestaltung der Burg, bei der dann auch der Südflügel und der Torturm errichtet sowie der Park rings um die Anlage angelegt wurde.

 

 

Schlossmuseum Jagsthausen

Schon im 18. Jahrhundert sammelten sich im Berlichingenschen Archiv Jagsthausen Gegenstände aus dem Familienbesitz an. In das erwachende Nationalbewusstsein während des 7jährigen Krieges fiel dann  in diesem Sinn Goethes Drama "Götz von Berlichingen". Freifrau Franziska von Berlichingen erwarb in ihrer Begeisterung die eiserne Hand, die inzwischen in anderen Besitz übergegangen war, und übergab sie dem Grafen Joseph von Berlichingen. Dieser verleibte sie der Familiensammlung ein und erklärte sämtliche Gegenstände zum unveräußerlichen Besitz der Gesamtfamilie.

Die Schlossareale liegen mitten im Bereich des römischen Limes-Kastells Jagsthausen. Durch das Interesse der Familien und anderer Jagsthäuser kamen bis ins 20. Jh. viele römische Funde ins Schlossmuseum, das Gegenstände aus Familienbesitz, die eiserne Hand und andere an Götz von Berlichingen erinnernde Relikte sowie römische Funde aus dem Limes-Kastell und der römischen Zivilbesiedlung zeigt.


Öffnungszeiten:

Aktuell ist das Schlossmuseum leider nur im Rahmen von Führungen zugänglich.

Preise:

Eintritt: 2,50 €/Person

Gruppen (ab 10 Personen):

Erwachsene 1,50 €/Person   Schüler 1,00 €/Person

Führungen: 45,00 €

 

Weitere Informationen zu den Führungen erhalten Sie unter Tel. 07943 / 9101-0.

 

Anschrift:
Schlossmuseum Jagsthausen
Schloßstraße 17
74249 Jagsthausen

Rotes Schloss

Eines der drei heute noch erhaltenen Schlösser Jagsthausens ist das so genannte "Rote Schloss". Seinen Namen erhielt es wahrscheinlich auf Grund seiner markanten, ins rötliche spielenden Farbgebung.

 

Auf dem dreistöckigen Hauptbau findet sich ein Mansarddach mit giebelförmigen Dachfenstern. An der Westseite ist ein runde Treppenturm angeschlossen.

 

Erbaut wurde es um 1590, wohl in Nachfolge einer älteren "Edelmannsbehausung".

 
Weißes Schloss

Das jüngste der drei Jagsthäuser Schlösser, das "Weiße Schloss".

Es wurde 1792 erbaut. Die zweiflügelige Anlage wird von einer zentralen Mittelkuppel gekrönt. Sowohl die Kuppel selbst als auch die Fenster weisen letzte Anklänge des späten Barock auf.

Freilichtmuseum Römerbad

Das Freilichtmuseum Römerbad im Ortskern von Jagsthausen zeigt den Grundriss eines römischen Militärbades um 200 n. Chr. Didaktische Tafeln, von Archäologen des Landesdenkmalamtes gestaltet, erklären in Wort und Bild das Badegebäude, seine Nutzung sowie seine Bedeutung für die Alltagskultur eines Kastellvicus am obergermanischen Limes.

Inschriftensteine, Teile einer Jupitergigantensäule, Ziegelstempel usw. werden ausgestellt und anschaulich erläutert. So stammen die älteste und die jüngste Inschrift vom vorderen Limes, dem zweitlängsten Bodendenkmal der Welt, aus Jagsthausen. Sie bilden die Grundlage der Datierung.

Ein ebenfalls mit didaktischen Tafeln versehener Weg führt vorbei an einem rekonstruierten römischen Brunnen zum Kastellbereich und zum Museum in der Götzenburg.

 

Ansprechpartner:

Förderverein Römerbad e. V.
Gemeindeverwaltung Jagsthausen
Hauptstraße 3
74249 Jagsthausen
Telefon 07943 / 9101-0
Telefax 07943 / 9101-50
info@gemeinde.jagsthausen.de

 

Öffnungszeiten:

Ganzjährig frei zugänglich bei freiem Eintritt, Erklärungen durch Schautafeln.
Führungen durch den Förderverein Römerbad e. V. nach Vereinbarung.

Altes Rathaus mit Gemeindebücherei und Friedrich-Krapf-Museum

Altes Rathaus

Ausdruck des Selbstbewusstseins der früheren Einwohner Jagsthausens ist das "Alte Rathaus". Zugleich zählt es zu den ältesten erhaltenen Rathäusern im Landkreis Heilbronn.
1513 erbaut, 1861 und letztmals 1982 renoviert, weist es einen reich verzierten Fachwerkgiebel auf. Heute beherbergt es die Gemeindebücherei und dient so immer noch den Bürgern Jagsthausens. Ebenfalls im Alten Rathaus untergebracht ist das Friedrich-Krapf-Museum.


Friedrich-Krapf-Museum

Beständige Begleiter - Römische Keramik
Den Lebenslauf der Tonwaren im Leben der Menschen in römischer Zeit stellt das neu eingerichtete Museum in Jagsthausen dar. Anschaulich werden verschiedene Alltagsbereiche der Römer gezeigt, Illustrationen, Texte und Videoclips erläutern den Verwendungszweck, so dass ein
Einblick in römisches Leben um 200 n. Chr. möglich wird. Die Sammlung wurde bewahrt und archiviert von Gerhard Krapf, der sie von seinem Vater Friedrich übernommen hatte. Familie Krapf stellte sie als Dauerleihgabe zur Verfügung, um der Öffentlichkeit Zugang zu bieten und an den Sammler zu erinnern.

1910 bewarb sich Friedrich Krapf (*27.12.1885 in Eislingen) um die Schulleiterstelle in Jagsthausen, die zum letzten Mal noch über das Patronatsrecht durch die Herrschaft von Berlichingen verliehen wurde. Schon seit seiner Jugendzeit hatte ihn die Welt der Versteinerungen fasziniert. So konnte es kaum überraschen, dass ihn in Jagsthausen nicht nur die Muschelkalkformationen, sondern sehr bald auch die römischen Steine anzogen. Wie in die Welt der Petrefakten arbeitete er sich auch in die Archäologie der Römerzeit mit wissenschaftlicher Akribie ein. Soweit sein Lehrerberuf, sein Organisten- und Chorleiteramt und seit 1912 nach der Heirat mit der Lehrertochter Julie Vögele aus Roigheim die Familie es zuließen, führte er bei anstehenden Neubauten im Ort und auf der Gemarkung auf den Feldern Grabungen durch, die er vertraglich regelte, selbst finanzierte und wissenschaftlich dokumentierte. Dabei wuchs eine Sammlung römischer Keramik zusammen, die im Lande ihresgleichen sucht: Weinamphoren und Graburnen, Henkelkrüge und Reibschalen, Wasserleitungsröhren und feine Terra-Sigillata-Gefäße...

Dazu kommen 69 römische Münzen, Knochen, Gals-, Stein- und Metallfunde. Jedes Stück ist genau bezeichnet, Fundort und -umstände sind schriftlich niedergelegt, so dass noch heute die Forschung unter Einbeziehung neuerer Erkenntnisse den Krapfschen Fundus von mehr als 2000 Teilen wissenschaftlich verwerten kann. Da sich die provinzialrömische Archäologie inzwischen vor allem mit Alltag und Wirtschaft in Vicus und Kastell befasst, sind Friedrich Krapfs Befunde im Dorf und auf dem römischen Friedhof von anhaltender Bedeutung. Die Besuche zahlreicher bekannter Forscher - Paret, Hertlein, Goessler ... - in der Lehrerwohnung in Jagsthausen belegen ebenso wie Veröffentlichungen in den "Fundberichten aus Schwaben", Zeitungen und schließlich zusammenfassend im "Neckarsulmer Heimatbuch", dass Friedrich Krapf 1928 vollendete, den Rang des Heimatforschers. Im gleichen Jahr bereits wurde seine Sammlung in das Denkmalbuch des Landes Württemberg eingetragen, bis heute gilt das von F. Krapf ausgegrabene Gräberfeld als größter erforschter römischer Friedhof am obergermanischen Limes.

Öffnungszeiten von April bis Oktober:

Jeden 1. Sonntag / Monat 15.00 - 17.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung Tel. 07943 / 9101-0

 

Eintritt frei


Besonders lohnend ist der Museumsbesuch in Verbindung mit dem Besuch des Freilichtmuseums Römerbad (frei zugänglich) und des Museums in der Götzenburg!

Ev. Jakobuskirche

Bereits von weitem ist der achteckige, von einem spätbarocken Dach gekrönte Turm der Kirche zu sehen, an den sich das schlichte gotische Schiff anschließt. Spätgotische Fenster nehmen dem Turm seine Wucht und gliedern die Fassade.

Im Inneren der Ende des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnten Kirche finden sich trotz der Brände des Jahres 1646 und 1751 noch Epitaphien und Reste von Wandmalerei.

Welterbe LIMES - LIMES-Bänke

Welterbe LIMES – LIMESBANK

 

Wanderer, Walker, Radler und Jogger haben es schon bemerkt: An drei Wegen auf der Gemarkung stehen Betonbänke mit erhöhter Rückenlehne. Wer genauer hinschaut, erkennt die Markierung "Welterbe LIMES". Die wetterbeständigen Latten aus Robinienholz erinnern symbolisch an die Limespalisade. Die darauf angebrachte Texttafel bietet eine kurze Information über die Zustände in römischer Zeit zwischen 160 und 260 n. Chr., als die Grenze des Imperiums über unsere Gemeinde lief und das Barbaricum von der zivilisierten Welt trennte.

 

 

 

Gestaltung, Herstellung, Finanzierung und Aufstellung der Wegmarken sind Ergebnis der Arbeit der Agenda-Gruppe der Anliegergemeinden zwischen Schöntal und Mainhardt, die daran mitwirken, das Welterbe und größte europäische Bodendenkmal bekannt zu machen und touristisch zu nutzen. Für die Finanzierung wurden Leader-Mittel bereitgestellt, die auch der Verbesserung der Zukunftsaussichten des ländlichen Raumes dienen. Wer sich zu Fuß oder per Rad bewegt, wird auf allen Gemarkungen von Schöntal über Jagsthausen nach Forchtenberg, Zweiflingen, Öhringen, Pfedelbach und Mainhardt an den Kreuzungen mit dem Limes diese Bänke als Erkennungsmerkmal wiederfinden. Die Texte sind nicht gleich, sondern behandeln jeweils einen Gesichtspunkt, der an der Radwegbrücke Jagsthausen z. B. Verkehr und Transport auf dem Fluss. Wer nun die Bänke nacheinander aufsucht, bekommt schrittwiese immer genauere Informationen zur Struktur der Region in römischer Zeit. Da das Welterbe selbst unter Schutz steht und ein Abstandsgebot besteht, stehen die Bänke nicht direkt auf der Grenze.

Wer sich für römische Geschichte nicht interessiert, hat trotzdem einen reizvollen Rastpunkt mit jeweils einem besonders schönen Blick durchs Jagsttal. Da der Limes in der Region die A6 und die A81 kreuzt, was inzwischen durch braune Tafeln ebenfalls gekennzeichnet ist, wird unsere gemeinsame Aktion auch überregional bemerkt.

Ev. Johanneskirche

 

Vermutlich hatte Olnhausen schon im 13. Jahrhundert eine Kirche oder Kapelle. Da man neben dem Eingang der Sakristei auf einem Steinmetzzeichen die Jahreszahl "1408"   findet, lässt sich daraus schließen, dass in dieser Zeit ein Gotteshaus aus Holz durch die Kirche aus Stein ersetzt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde mit großem Kostenaufwand das gesamte Kirchenschiff überholt. Zehn Jahre später wurde der einsturzgefährdete Kirchturm aus Holz abgerissen und wieder in Fachwerk-konstruktion erbaut, auch die Sakristei wurde zur gleichen Zeit erneuert. Ursprünglich plante man auch, das Kirchenschiff zu verlängern und den Turm zu versetzen, was allerdings an den Kosten scheiterte. 30 Jahre später verwirklichte man den Plan: das Chorgewölbe im Turm wurde herausgeschlagen und die Orgel an ihren heutigen Platz verlegt. Weiter wurden ein störender Tragpfeiler entfernt, der Fußboden erneuert, die Decke am Dach aufgehängt und der Altar im Chor errichtet. 1898 fand wieder eine Instandsetzung statt, bei der hauptsächlich die Giebelwand auf der Westseite ausgewechselt wurde. Ein Jahr später kaufte die Gemeinde eine Turmuhr, deren Ziffernblatt nach Süden ausgerichtet wurde.

 

Am Reformationstag im Jahre 1967 wurde nach 10-jährigen Renovierungsarbeiten und Neuschaffungen die Olnhausener Kirche noch einmal eingeweiht- die Besucher konnten unter anderem das neue schmiedeeiserne Tor am Friedhof, den angebauten Treppenaufgang zur Empore, die neue Sakristei und die ansprechenden Bilder von dem Kunstmaler Henschel aus Löwenstein auf der Orgelempore bewundern.

 

Nach der Eingemeindung 1972 wurden gepflasterte Wege und Einfassungen gebaut, der Friedhof erweitert, zahlreiche Sträucher angepflanzt und die Aussegnungshalle errichtet. Im Kirchturm läuten heute drei Glocken in der Abstimmung b", c" und d".

 

Ansprechend in seiner Einfachheit und schlichten Schönheit ist das holzgeschnitzte Kruzifix über dem Altar. Rechts hinter dem Altar befindet sich in einer Wandnische ein Tabernakel, welches vermutlich aus der vorreformatorischen Zeit stammt. Es ist mit einem schmiedeeisernen Türchen verschlossen und trägt ein fünfspeichiges Rad, das Wappen der Berlichingen, und eine Hand. In der Sakristei befanden sich drei spätgotische Statuen, die allerdings 1906 an das "Königliche Museum Stuttgart" verkauft wurden.

 

Die Orgel der Johanneskirche Olnhausen wurde von dem Meister Herrn Georg Ludwig Mezler 1796 angefangen, aber erst 1800 von ihm fertiggestellt. Er baute mit der Orgel ein Meisterstück, dessen Bauprinzip auch heute wieder angewandt wird.

Jüdische Gedenktafel in Olnhausen

Geschichte

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts den Freiherren von Berlichingen gehörenden Ort Olnhausen lebten jüdische Bürger bis 1942. Ihre Wurzeln reichen in die Zeit des 17. Jahrhunderts (Dreißigjähriger Krieg 1618 – 1648) zurück.

Erstmals werden 1654 jüdische Einwohner am Ort genannt. Die höchste Einwohnerzahl wird um 1829 und wieder 1849 mit 158 Personen erreicht. Die jüdische Gemeinde wurde 1832 dem Rabbinat Berlichingen zugeteilt, später dem Rabbinat Mergentheim und schließlich dem Rabbinat Heilbronn.


Die jüdischen Familien lebten vom Handel, insbesondere mit Vieh. Um 1933 gehörten jüdischen Eigentümern noch 2 Viehhandlungen, ein Textilhandel, eine Gemischtwarenhandlung, zwei Gastwirtschaften, eine Bäckerei und eine Metzgerei.

1726 wird ein erster "Judenschulmeister" verpflichtet, folglich war damals wohl ein Betsaal im Ort vorhanden. 1732 wird ein solcher in einem Privathaus genannt. 1736/37 erstellte die Herrschaft von Berlichingen eine neue Synagoge "gegen Schultheiß Kolben hinüber gelegen". Es handelte sich um einen Betsaal in einem auf Kosten der Herrschaft errichteten Judenhaus, in dem auch bis zu vier jüdische Familien Wohnung fanden.

Für die Synagoge erhielt die Herrschaft jährlich vier Gulden Miete. Eine neue Synagoge wurde 1772/73 erbaut, für die Olnhäuser Bürger Handfrondienste leisteten. Das Bauholz und die Ziegel kamen aus Jagsthausen, Backsteine aus Widdern, Sandsteine aus Ohrnberg. Für die neue Synagoge bezahlte die jüdische Gemeinde jährlich 6 Gulden Konzessionsgeld.

Ende der 1870er-Jahre war die Synagoge durch "Ausweichen der Umfassungsmauern" derart baufällig geworden, dass das Oberamt dem isrealitischen Vorsteheramt am 06. Juni 1879 die Auflage machte, die Synagoge möglichst bald zu renovieren. Dies war für die damals aus 18 Familien bzw. 116 Mitgliedern bestehende Gemeinde (1900: 95 Personen), in der etliche Familien in sehr armen Verhältnissen lebten, ein fast unmögliches Unterfangen und man zögerte die Renovierung so lange wie möglich hinaus.

1881 wurde nach Plänen des Neckarsulmer Amtsbaumeisters Lell mit dem Neubau einer Synagoge begonnen, der etwa 5.000 Gulden kostete. Ein bescheidener Staatsbeitrag von 300 Gulden verringerte die Schuldaufnahme etwas; der Neubau (Inneneinrichtung: sieben neue Sitzbänke für die Männer mit knapp 50 Sitzplätzen, Kinderstühle sowie Bänke auf der Frauenempore) wurde im Laufe des Sommers 1881 durchgeführt. Den Türsturz des alten Synagogeneingangs verwendete man auch im Neubau, so dass sich über dem Eingang weiterhin die Jahreszahl 1772 sowie als hebräische Portalinschrift ein Zitat aus Psalm 118,19 und das Berlichingensche Wappen befanden.

Seit 1900 verschwanden nach und nach die jüdischen Gasthäuser und die wenigen jüdischen Handwerksbetriebe. Bis 1910 bestand noch eine rituelle Bäckerei, eine koschere Metzgerei verbunden mit einer Viehhandlung.
Ende der 1920er-Jahre war die jüdische Gemeinde in Olnhausen durch Wegzug bereits sehr klein geworden und bestand nur noch aus sieben Familien und einigen alleinstehenden Personen. Gottesdienste in der Synagoge wurden jedoch noch gefeiert, es lies aber die Frage aufkommen, wie lange dies noch aufrecht erhalten werden konnte: "Mit bangem Herzen sieht man der Verwaisung dieses schönen Gotteshauses entgegen, wenn nicht wieder ein Zuzug von außer erfolgt..." (1928).
Am 19. September 1931 wurde in schlichter Weise der Einweihung der Synagoge vor 50 Jahren gedacht.

Jüdische Einwohner waren vor 1933 Mitglieder der örtlichen Vereine und gehörten auch dem Gemeinderat an.

Der Antisemitismus fand wenig Resonanz, jüdische und christliche Bürger lebten freundschaftlich zusammen und noch in den ersten Jahres des Zweiten Weltkrieges versorgten christliche Bürger heimlich ihre jüdischen Nachbarn mit Lebensmitteln, andererseits rettete ein Jude das Vieh aus dem brennenden Stall eines Bauern, ein bemerkenswerter Fall von Nachbarschaftshilfe aus der Zeit nach der Kristallnacht.
Beim Novemberpogrom ("Reichskristallnacht vom 09./10.11.1938") wurde die Inneneinrichtung durch auswärtige Nationalsozialisten zerschlagen. Bis 1972 diente das Gebäude als Lager und Scheune, bis es abgerissen wurde, um dem Standort einer kleinen Sparkassenfiliale Platz zu machen (Standort: Rathausstraße 42). 2005 wich diese Filiale einem Wohnhaus.
Aufgrund der Judenverfolgungen und –ermordungen in der Zeit des Dritten Reiches kamen von den 1933 in Olnhausen wohnhaften 26 jüdischen Bürgern mindestens 13 in Konzentrationslagern ums Leben.
Schon seit einigen Jahren findet zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeindeverwaltung ein Gedankenaustausch statt, wie man der jüdischen Geschichte unseres Teilortes sowie des tragischen Schicksals dieser 13 Opfer gedenken könnte. Die Gemeindeverwaltung hat dann bei dieser Frage geschichtlicher Tragweite zwei Fachleute, Herrn Studiendirektior und Gemeinderat Heinrich Kühner sowie Herrn Markus Müller M.A, zu Rate gezogen.

Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung kam man dann zu dem Ergebnis, am ehemaligen Standort der Synagoge, beim heutigen Feuerwehrgerätehaus Olnhausen, eine Gedenktafel anzubringen.

Diese Gedenktafel fiel schlicht und unspektakulär aus und strahlt dennoch Würde aus:

"Hier stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde Olnhausen, die im November 1938 entweiht und verwüstet wurde.
Zum Gedenken an die jüdischen Einwohner, zur Erinnerung an das Leid, das ihnen angetan wurde, zur Mahnung an die Nachgeborenen.
Gemeinde Jagsthausen."

Die jüdische Gedenktafel wurde am 09.11.2007 enthüllt.