Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Herzlich Willkommen
in der Heimat des Ritters Götz von Berlichingen

Jagsthausen, eine liebenswerte Gemeinde - virtueller Ortsrundgang

„Wenn nichts mehr geht, geh laufen“ - dieses Motto hat sich unser Gästeführer Siegfried Krause zu Herzen genommen und verschiedene Wege durch und um Jagsthausen ausgearbeitet.

Sehen Sie die momentane Situation als Chance, die liebenswerten Kleinigkeiten Ihres Ortes sowie der Umgebung (neu) zu entdecken und bewusst wahrzunehmen; oder können Sie auf Anhieb sagen, wie viele Uhren der Kirchturm besitzt oder wie viele Bögen die alte Brücke hat?

Also, es gibt viele Wege durch Jagsthausen, die an Interessantem vorbeiführen. Was es damit auf sich hat, können Sie jeweils am ersten Mittwoch des Monats lesen und natürlich auch aktiv auf „Schusters Rappen“ nachvollziehen.

Jede Tour lüftet verschiedenste Geheimnisse, bietet historisches Wissen und lässt über manche Anekdote oder über unnützes Wissen schmunzeln.

Fragen, Anregungen, Kritik und Sonstiges gerne per E-Mail an Herrn Krause senden.

Neugierig geworden? Seien Sie gespannt.

Bereits veröffentlichte Touren und Vorschau

wobei wir schon mittendrin wären bei den Römern, die 160 bis 260 nach Christus hier mit Kastell, Römerbad und Vicus angesiedelt waren.

Aber was ist geblieben, außer den Straßennamen „Am Vicus“, „Am Kastell“, „Am Limes“ oder auch die „Grundschule am Römerbad“, die ihren Namen im übrigen Bernd Windmüller zu verdanken haben?

Das ist gar nicht so einfach, denn der Limes ist verschwunden und man kennt nur noch seinen Verlauf. Das Römerbad ruht nach wie vor tief in der Erde, was man sieht sind Rekonstruktionen. Also machen wir uns auf Spurensuche.

Wir beginnen unseren Spaziergang vor dem Roten Schloss und sind mitten in der ehemaligen Verwaltung des Kastells. In den Kellern der Häuser rundum, beispielsweise im alten Schulhaus auf der anderen Straßenseite, sind mit Sicherheit Steine aus den Ruinen des Kastells verbaut. Wie nah wir hier den Römern sind, zeigen die beiden Brunnen im Hof des Roten Schlosses als Zeitzeugen dieser Zeit. An ihnen vorbei verlassen wir den Schlosspark am oberen Tor.

Links sehen Sie einen Hügel, der nicht in das Gelände passt. Darunter befinden sich die Reste des Nordtores des Kastells.

Der Burggraben vor dem Eingang der Götzenburg ist ein weiteres Überbleibsel aus der Zeit der Römer, nämlich die Nordgrenze des Kastells. Herr von Hussen, der die Burg baute, hat sich wohl 1.000 Jahre nach den Römern sehr gefreut, hier die besten Voraussetzungen vorzufinden: einen bereits fertigen Burggraben und ganz viele Steine als Baumaterial.

Wir gehen rechts hinter der Burg in Richtung Rappen. Der achteckige Turm am oberen Ende, indem sich das Verlies befindet, ist um 1.500 auf einem runden Fundament errichtet worden. Aber woher stammt das? Wahrscheinlich weder aus der Römerzeit noch hat es etwas mit der ursprünglichen Burg zu tun.

Wir überqueren die Hauptstraße in Richtung Rappen und biegen nach circa 200 Metern rechts auf den Weinbergweg ab. Es ist ein Paradies für Tiere und auch die ersten Pflanzen sollten schon wachsen und blühen. Nur der Wein hat sich im Gegensatz zum Kochertal hier nicht so wohl gefühlt, sodass die Weinberge aufgegeben wurden und die Natur sich das Terrain zurückerobert hat. Nicht ganz, ein Weinberg am Ende des Weges hat den Kampf mit der Natur noch nicht ganz aufgegeben, Ausgang ungewiss. Auch der Druck auf die Mauern ist enorm, wie man unschwer erkennen kann.

Die erste Schautafel befindet sich am Ende des Weges. Wenn Sie von hier die Brücke anpeilen, können Sie den ungefähren Verlauf des Limes ohne Rücksicht auf das Gelände nachvollziehen, schnurgerade. „Wäre das nicht einfacher gegangen?“, fragt man sich. Doch, aber manchmal muss man scheinbar Sinnloses tun, um zu zeigen, dass man es kann, so dachten es wohl die Römer.

Jetzt die erste kleine Aufgabe für Sie:

Wenn Sie nun weiterlaufen in Richtung Radbrücke, verlassen Sie dann das ehemalige römische Reich oder betreten Sie es? Vor und nach der Radbrücke finden Sie zwei weitere Informationstafeln zu den Römern und zum Limes.

Nun haben Sie bei hoffentlich traumhaftem Wetter, drei Alternativen. Die erste wäre rechts unten an der Jagst, die zweite geradeaus auf dem Radweg oder links den Feldweg hoch am Limes entlang. Alle drei Wege führen zur Brücke, danach links und wieder rechts zum Römerbad.

Die Spaziergänge erheben nicht den Anspruch, tiefgründiges Wissen zu vermitteln, sondern sollen im besten Fall Ihr Interesse wecken, sich in diesem Fall Exponate anzuschauen und die entsprechenden Tafeln dazu zu lesen. Oder einmal, wenn es wieder geöffnet ist, das Römermuseum im Alten Rathaus zu besuchen. Herr Kühner steht Ihnen gerne Rede und Antwort. Wer nur völlig entspannt den Spaziergang machen möchte, sehr gerne.

Bei dem Gedenkstein am Eingang des Bades (das Original befindet sich im Schlossmuseum) möchte ich nun auf eine Anekdote und auf eine zweite Frage eingehen:

Die Frage: Die Schrift ist relativ gut erhalten, bis auf den Namen des Kaisers Geta. Ist das Zufall oder welchen Grund hat es, dass man ihn nur schwer lesen kann?

Die Anekdote: Bei der Führung einer Gruppe aus Stuttgart, Schwaben also, erklärte ich, dass der Stein an die Wiedereröffnung des Bades nach einer Totalrenovierung 45 Jahre nach Fertigstellung erinnert. „Scho nach 45 Joohr“, bemerkte ein älterer Schwabe aus Stuttgart. Ich fragte ihn, was er denn zu seiner Frau sagen würde, wenn er mit 25 Jahren geheiratet und gebaut hätte und sie ihn nach 45 Jahren, also mit 70 Jahren bitten würde, das Bad zu renovieren. „Des langt voll naus“, war seine trockene Antwort.

Bleiben Sie gesund! Wenn es Ihnen Spaß gemacht hat, bis zum nächsten Mal im April zum Thema „Zeitzeugen“.

Siegfried Krause

Fragen, Anregungen, Kritik und Sonstiges gerne per E-Mail an Herrn Krause senden.      

An der ersten Schautafel am Ende des Weinbergwegs würden Sie das römische Reich in Richtung Osten (Berlichingen) verlassen.

Hier befindet sich außerdem die Kreisgrenze zwischen Heilbronn und Hohenlohe und die evangelisch-katholische Glaubensgrenze.

Außerdem ist es tatsächlich kein Zufall, dass der Name Geta am Eingang des Römerbades nicht gut zu lesen ist.

Zu der Zeit waren die Brüder Geta und Caracalla (gleichnamige Therme in Baden-Baden) gemeinsam römische Kaiser, aber es war eine tödliche Rivalität zwischen den beiden. An Weihnachten 211 nach Christus war er am Mord von Caracalla Geta beteiligt.

Das genügte jedoch damals nicht. Es folgte die Verdammung des Andenkens, „damnatio memoriae“, wobei sämtliche erreichbare Bildnisse und Inschriften zerstört wurden, so auch der Name Geta auf der Gedenktafel in Jagsthausen.

Die nächste Tour mit dem Titel "Zeitzeugen" wird am 07. April 2021 veröffentlicht.